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Abschied mit Freude und auch Trauerl
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An der Oberschule am Goldbach in Langwedel haben die Jahrgänge 9 und 10 ihre Abschlusszeugnisse erhalten. Schüler und Lehrer zeigten dabei eine bemerkenswerte gegenseitige Wertschätzung.

Langwedel – „Diese Entlassfeier wird etwas anders als sonst“, sagte Rolf Bartels bei der Begrüßung der wirklich zahlreichen Gäste, die mit den Abschlussschülerinnen und -schülern der 9. und 10. Klassen der Oberschule am Goldbach feiern wollten. Stimmt, das Podium und die „Bühne“ standen an der Querseite. „Vielleicht wird es auch etwas anders als an anderen Schulen“, so Bartels.

Was der Rektor damit wohl gemeint hatte? Das Programm der Feier: Reden, Musik, Filme, Zeugnisübergaben, Auszeichnungen, Danksagungen. Was man eben von einer Entlassfeier erwarten darf. Womöglich hatte Rolf Bartels aber schon eine Ahnung, wie die Stimmung an diesem Vormittag sein würde.

Der Schulleiter war des Lobes voll über die vergangenen Tage und die Art und Weise, wie die Abgängerinnen und Abgänger ihren Abschied von der Schule zelebrierten. Die Ausläufer der Mottotage waren auch im Straßenbild nicht zu leugnen. „Ich habe sogar drei Schlümpfe gesehen“, berichtete Bürgermeister Andreas Brandt in seinen Glückwünschen für die jungen Leute, die er aufforderte, auf ihrem weiteren Lebensweg die Welt ein bisschen besser zu machen. „Jeder Beitrag zählt.“

Rolf Bartels hatte einen Zeitungsartikel über „Future Skills in Jobs“ für seine Rede genommen, dabei freundlicherweise die Schlagzeile ins Deutsche übersetzt. Gemeint sind Fähigkeiten, die der Mensch zukünftig brauchen soll. Bartels hatte zuvor dann auch in den Abschlussklassen eine Umfrage gestartet, was denn nach deren Meinung zu den „Skills“ gehört. Die Antworten haben den Schulleiter verblüfft.

„Mathe“, kam da als Antwort. Kreativität, Durchsetzungsvermögen, Teamfähigkeit, Respekt, Selbstständigkeit, Freundlichkeit, Empathie, soziale Kompetenz. Und noch so einiges mehr. „Und das von Zehntklässlern: Respekt.“ Vielleicht hätte nicht jeder den Abschluss gepackt, den er gewollt hat, vielleicht sind andere Dinge nicht so gelaufen wie erhofft. „Aber du hast das alles in dir. Du musst danach suchen und wollen. Entwickel dich!“, sagte Bartels. Aus einer seiner ersten Abschlussreden sei ihm immer wieder die Liedzeile, der Satz „You are so wonderful“, du bist so wundervoll, in den Sinn gekommen. Angesichts des ganzen Abschlussjahrgangs könnte er diesen Satz „immer und immer wieder wiederholen“, so der Schulleiter. „Danke, dass ihr da wart.“

Beginnend mit der Rede von Dalija Akyol zum Abschied der 10b von der Oberschule sickerte so langsam durch, was diese Abschiedsfeier womöglich von anderen unterschied: ganz viel guter Humor. Zu aller Freude über den geschafften Schulabschluss gesellte sich Abschiedsschmerz. „Aber hey, jetzt merken wir: Wir haben die Schule nicht nur geschafft. Da ist ja auch ein Abschied.“ Dann ging keine Rede zu Ende, ohne dass Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler bemerkenswerte und aufrichtige gegenseitige Wertschätzung zeigten.

Das klang dann auch gern humorig-flapsig: „Danke, dass Sie das mit uns durchgezogen und mit uns ausgehalten haben.“ Tino Bastian wurde im Dank an Lehrer Alexander Precht unverblümt-deutlich: „Sie haben uns, auf gut Deutsch, den Arsch gerettet.“ Beziehungsweise den Abschluss.

Quelle: Verdener-Aller Zeitung vom 22.06.2026

Abschied mit Freude und auch Trauer