An der Oberschule am Goldbach haben sich 19 Betriebe und Einrichtungen den Acht- bis Zehntklässlern vorgestellt. Vom Schornsteinfeger bis zur Pferdewirtschaftsmeisterin gab es Mitmachaktionen und erste Kontakte.
Langwedel – Der Trubel kommt in Wellen, um sich dann in der Mensa und der Aula auszubreiten und auf die vielen Stände in der Oberschule am Goldbach zu verteilen. „Wir haben heute 19 Firmen und Einrichtungen hier“, sagt Matthias Vogel. Der Fachbereichsleiter Arbeit, Wirtschaft, Technik und Berufsorientierung hat die Berufssafari mit Unterstützung seines Kollegen Dennis Bode organisiert. Fast alle angeschriebenen Betriebe und Einrichtungen waren sofort bereit, mitzumachen, so Vogel.
Turnusgemäß veranstaltet die Oberschule alle zwei Jahre solch eine Safari. Sven Mildner und seine Kollegen sind für das „Team Schwarz“ gekommen. Der Schornsteinfeger und stellvertretende Innungsmeister hat schon einige Erfahrungen mit Veranstaltungen dieser Art. Die in Langwedel ist da etwas anders, als etwa die in Dauelsen, so seine Erfahrung. Dort an den Berufsbildenden Schulen seien die Nachfragen schon konkreter.
In der Oberschule am Goldbach ziehen zuerst die jungen Damen und Herren aus den 8. und 9. Klassen an die Stände. Sie sollen an diesem Morgen eine Möglichkeit bekommen, sich über möglichst viele Berufe und Ausbildungsbetriebe zu informieren. Die 10. Klassen kommen anschließend. „Für uns geht es hier um den ersten Kontakt“, sagt Schornsteinfegermeister Sven Mildner. „Einen Ausbildungsvertrag wird hier heute keiner unterschreiben.“ Dafür ist dann aber hoffentlich bei den Jugendlichen hängen geblieben, dass Schornsteinfeger so unglaublich viel mehr ist, als das altbekannte Kehren und die schwarze Berufskleidung. Da geht es um Technik, um Energieberatung und und und.
Ute Limbach ist zum allerersten Mal auf einer Berufsmesse. Die Pferdewirtschaftsmeisterin ist Eigentümerin einer Reitanlage in Etelsen inklusive der Reitschule „Zeit mit Pferden“. Ab Sommer ist sie auch ein staatlich anerkannter Ausbildungsbetrieb. An diesem Morgen haben sich bislang nur Mädchen über den Beruf „Pferdefachwirt/in“ informiert. Den gibt es sogar in fünf verschiedenen Fachrichtungen. Alle sind, zumindest für Außenstehende, bemerkenswert vielfältig – anspruchsvoll und fordernd auch. „Das ist kein Ponyhof“, betont Ute Limbach dann immer. Ab 1. August ist wieder ein Praktikumsplatz bei ihr frei. Praktika im Rahmen der sogenannten Einstiegsqualifizierung bietet Ute Limbach ebenfalls an.
Anne Hinrichs ist für den Trinkwasserverband Verden bei der Langwedeler Berufssafari. „Es ist wichtig, dass die Jugendlichen wissen, dass wir da sind.“ Der Trinkwasserverband bietet unter anderem die Möglichkeit zu einem dualen Studium – und sucht aktuell noch Auszubildende für den Beruf des Leitungsbauers für Infrastrukturtechnik.
Eine ganze Palette an Ausbildungsberufen sowohl im technischen wie im kaufmännischen Bereich kann das Unternehmen Zeppelin Power Systems anbieten. Außerdem haben Jonathan Hartmann, Ausbildungsleiter bei Zeppelin in Achim, und seine Crew eine Mitmachaktion im Angebot: Schraube wechseln auf Zeit.
„Wir haben die Aussteller darum gebeten, kleine Aktionen zum Ausprobieren, zum Machen anzubieten. Dann kommt man schneller ins Gespräch“, erklärt Matthias Vogel für die Oberschule. Es funktioniert offensichtlich. „Uns gefällt es“, finden Tino Bastian und Siyar Toprak aus dem Jahrgang 10. „Man kann hier viele Eindrücke sammeln, viele Fragen stellen.“ Die Schülerinnen und Schüler haben unterschiedliche Arbeitsaufträge von ihren Lehrkräften mitbekommen: nach der Berufssafari ein Kurzreferat halten oder einen Betrieb vorstellen. Manche sind auch mit einem vorbereiteten Fragebogen unterwegs. Die Safari ist für vieles ein Anfang.
Quelle: Verdener-Aller Zeitung vom 20.05.2026

