Erster reiner Oberschuljahrgang verabschiedet

Langwedel - Klar, für jeden Abgangsjahrgang ist die Schulentlassung etwas Besonderes. Für die Schülerinnen und Schüler und ihre Angehörigen sowieso, auch für die Lehrer. Selbst wenn sich die Prozedur in jedem Sommer irgendwie wiederholt. Aber das gestern an der Oberschule am Goldbach in Langwedel, das war wirklich sehr speziell, bislang sogar einmalig.

Der Verfasser dieser Zeilen hat in seinem Berufsleben ja nun wahrlich schon viele Schulentlassungen miterlebt – so oft wie gestern Morgen wurde noch nie „Danke“ gesagt. Ein Hase hatte auch noch nie einen prominenten Platz vorn am Rednerpult. Alles hat damit zu tun, dass die Oberschule, vormals Haupt- und Realschule, ihren ersten reinen Oberschuljahrgang verabschiedete.

Die Welt verändern 

Langwedel - Seit Freitag ist die Langwedeler Oberschule am Goldbach eine „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“. Mit Urkunde und Schild. Ob man Letzteres noch am alten Schulgebäude anbringt oder doch lieber erst an der neuen Schule – ist noch nicht geklärt und eigentlich auch überhaupt nicht so wichtig. „Wir haben lange darauf hingearbeitet. Aber das ist nur ein erster Schritt“, meinte Schülersprecher Tim Intemann.

Das sahen alle anderen Redner bei einer Feier mit der ganzen Schule und Pate Willi Lemke ganz genauso. Der Ex-Manager von Werder Bremen und ehemalige Sonderberater des UN-Generalsekretärs hatte zehn Minuten Redezeit bekommen – und die nutzte er, „um euch zu motivieren, das umzusetzen, was ihr euch vorgenommen habt.“

Was braucht man, um „Schule ohne Rassismus“ zu werden? Die Initiative muss aus der Schülerschaft kommen, mindestens 70 Prozent aller Menschen der Schule muss sich nicht nur für den Titel aussprechen, sondern zusagen, sich gegen Rassismus und mit Courage einzusetzen. „Tim? Du rufst mir bestimmt gleich zu, wie viel Prozent das bei euch waren?“ Intemann tat, wie von Lemke gewünscht: „87 Prozent.“

Oberschüler hinterfragen „Wirtschaft und Moral“

Langwedel - Wenn man über „Wirtschaft(en) und Moral“ nachdenkt, kommt man irgendwann unweigerlich auf die Rüstungsindustrie. Das gilt auch für das Profil Wirtschaft des Jahrgangs 10 der Oberschule am Goldbach in Langwedel. Bei ihren Nachforschungen stießen die jungen Damen und Herren auf das Thema „Kindersoldaten“. Herausgekommen ist eine Ausstellung, entstanden für und auch mit den anderen Schülern der Schule.
250.000 Kindersoldaten gibt es weltweit. „Wir hätten nicht gedacht, dass es noch so viele sind“, sagt Jason Williams. „Und es waren sogar schon 300.000.“ Schwerpunkte sind Afrika, Afghanistan, Pakistan – aber es gibt sie in vielen Ländern. Meist sind es Waisenkinder. Als Soldaten bekommen sie Nahrung, Kleidung, so etwas wie eine Ersatzfamilie. Sie werden in jeder Beziehung missbraucht, werden krank – oder schwanger. Von drei Kindersoldaten sind zwei Jungs, der dritte ist ein Mädchen.

Schon wieder zwei Monate vergangen. Der Neubau schreitet voran.

Update: Videodokumentation des Neubaus unserer Oberschule.Stand 12.05.2017

Go to top